03.09.-09.09.
Gegen 12Uhr erreichten wir nach einer 15-stuendigen Busfahrt unser Ziel Cusco. Wie erwartet sahen die Bussitze ziemlich sandig aus. Bei der sich anschliessenden Hostalsuche hatte wir direkt Glueck; unser Wunschhostal hatte trotz Hauptsaison und ohne Reservierung ein Zimmer fuer uns parat. Nur mal zur Info: ein Doppelzimmer mit Gemeinschaftsbad kostet hier in Cusco 50 Soles, was in etwa 12,50 Euro fuer 2 Personen entspricht.
In den ersten beiden Tagen erkundeten wir die Stadt und ruhten uns aus (selbst Reisen kann anstrengend sein). Ausserdem meldeten wir uns fuer eine 4-taegige Biking/Trekking-Tour nach Machupicchu (Inka-Jungle-Trail) an. Erstaunlicherweise haette eine 1-Tages-Tour 30 US-Dollar mehr gekostet.
Wir starteten am Samstag frueh (nur mit einem Tagesrucksack fuer 4 Tage bewaffnet) mit einem Kleinbus. Dieser sammelte alle Teilnehmer ein (aus den USA, Grossbritannien, Irland, Holland, Belgien, Spanien und Kolumbien). Da es sich um eine kombinierte Mountainbike-Trekking-Tour handelte, fanden 13 Fahrraeder auf dem Dach dieses Kleinbusses ihren Platz. Es ging ca. 2h hoch in die Berge; von einer Nebenstrasse begannen wir die Biking-Tour auf Serpentinen bergab. Leider hatten wir diesmal nicht soviel Glueck mit unserem Guide Antonio, der kaum Interesse an der Gruppe zeigte und wie ein Irrer lospreschte. Gleich auf den ersten Metern gab es auch schon die ersten Verluste: als Antonio auf eine Schotterpiste abbog, ueberschaetzten sich 2 Teilnehmer. Das Ende vom Lied nach mehreren Loopings in der Luft war eine ausgekugelte Schulter und ein gebrochener Arm bei den beiden Amerikanern. Der Rest der Truppe schaffte es fast unbeschadet ins Etappenziel Santa Maria. Zwischendurch mussten wir leider erste Bekanntschaft mit Sandfliegen machen, ganz unangenehme Zeitgenossen (kleiner als Moskitos, viel fiesere Stiche), denen wir noch ein paar Mal begegnen sollten.

Von Santa Maria aus starteten wir am naechsten Tag sehr frueh mit unserer Wanderung durch die geradezu tropische Vegetation. Das schwuele Klima in Kombination mit Unmengen von Sandfliegen und die steil bergauf fuehrende Strecke forderten uns ganz schoen. Dafuer bekamen wir aber auch einiges zu sehen: Baumwoll-, Kakao-, Mango- und Kumquatpflanzen, Coca- und Kaffeeplantagen, riesige bunte Schmetterlinge, gruene Papageienschwaerme, …



die Strecke entlang der Eisenbahngleise, im Vordergrund Antonio
Die Siesta durften wir in einem Haengemattenparadies umgeben von Bananen- und Limettenbaeumen verbringen. Der kuehle Schatten dort tat uns ganz gut, bevor es wieder weiter ging nach Santa Teresa. Kurz vorher machten wir aber noch bei heissen Quellen Halt, wo wir uns im Wasser entspannten.
Der 3. Tag fuehrte uns nach dem Durchqueren eines Tales ueber endlose Eisenbahnschienen nach Aguas Calientes, welches direkt unterhalb von Machupicchu liegt. Wir fielen frueh in die Kojen, weil wir am darauffolgenden Tag um 3.20Uhr aufstanden.
Dank der Kopflampe fanden wir trotz Dunkelheit unseren Weg nach Machupicchu (der Aufstieg dauerte 1,5h)! Da der Besucherandrang sehr gross ist, Machupicchu bereits um 6Uhr oeffnet und unsere Fuehrung um 6.20Uhr beginnen sollte, entschieden wir uns fuer den fruehen Start in den Tag. Es sollte sich lohnen! Gemeinsam mit einigen wenigen anderen Besuchern durften wir Machupicchu im Licht der aufgehenden Sonnen betrachten.


Machupicchu wurde im 15. Jahrhundert unter dem Inka Pachacútec (nur die Koenige nannten sich Inka, das Volk hiess Quechua) gegruendet. Die Bewohner Machupicchus erfuhren von der mit der Ankunft der Spanier einhergehenden Zerstoerung anderer grosser Inka-Metropolen (selbst der damaligen Hauptstadt des Inkareiches Cusco) und verliessen nach nicht einmal 1 Jahrhundert diesen Ort. Einige Gebaeude sind sogar unvollendet. Dadurch blieb die Existenz Machupicchus den Spaniern verborgen. Erst 1911 erfuhr der Geschichtsprofessor Hiram Bingham zufaellig von der Lage der Ruinen.
Machupicchu liegt uebrigens auf 2400m Hoehe auf einem Bergruecken oberhalb des Rio Urubamba inmitten steil aufragender Bergipfel und ueppiger Vegetation. Die Lage ist spektakulaer!

Nach einer 2-stuendigen Fuehrung durch die Staette entschieden wir uns den Berg Machu Picchu (3140m) zu besteigen, um einen grossartigen Blick ueber die gesamte Anlage zu erhalten. Der Aufstieg hatte es in sich und dauerte gute 2h.

im Hintergrund der Gipfel des Machu Picchu, den wir bestiegen haben

unter uns Machupicchu
Irgendwann kamen wir mit schlotternden Beinen aber gluecklich wieder in Aguas Calientes an, wo wir am selben Abend den Zug Richtung Ollantaytambo nahmen und dort in den Bus nach Cusco umstiegen. Voellig geraedert erreichten wir mitten in der Nacht unser Hostal und fielen in den wohlverdienten Schlaf!
Schon am naechsten Morgen reisten wir sehr frueh nach Puno ab. Gott sei Dank konnte man im Bus weiterschlafen…